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24.01.2012

Neuvergabe der Haard-Achse an die DB Regio perfekt

Das Verkehrsunternehmen übernimmt die Linien RE2 und RE42

Foto: Deutsche Bahn AG

Jetzt ist es amtlich: die DB Regio AG wird auch weiterhin die Betriebsleistungen der sogenannten Haard-Achse ab Dezember 2014 für weitere 15 Jahre für die Linie RE2 Münster – Essen – Düsseldorf und den künftigen RE42 Münster – Essen – Mönchengladbach erbringen. Mit dem wirtschaftlichsten Angebot setzte sich das Eisenbahnverkehrsunternehmen gegen mehrere Mitbewerber durch. Die Entscheidung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) fiel am 11. Januar 2012, doch bis zur endgültigen Zuschlagserteilung musste eine zehntägige Einspruchsfrist eingehalten werden.

Dem Beschluss vorausgegangen war eine öffentliche Ausschreibung, zu der der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr ab einer bestimmten Auftragssumme verpflichtet ist. Auch in diesem Vergabeverfahren fand das so genannte VRR-Fahrzeugfinanzierungsmodell Anwendung. Da die Anschaffung moderner und komfortabler Züge für viele Eisenbahnverkehrsunternehmen eine große Herausforderung darstellt, bietet der VRR an die Finanzierung der Fahrzeuge zu übernehmen. Die Verkehrsunternehmen definieren den Fahrzeugtyp und seine Ausstattung und kümmern sich über die Vertragslaufzeit um den ordnungsgemäßen Betrieb und sämtliche Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Das Fahrzeugfinanzierungsmodell des VRR ermöglicht auch mittelständischen Bewerbern den Zugang zu den Ausschreibungsverfahren und sorgt so für einen faireren und wirksamen Wettbewerb sowie für eine hohe Qualität auf der Schiene.

Von der Möglichkeit der Fahrzeugfinanzierung machten auch im Rahmen dieses Wettbewerbsverfahrens die Mehrheit der Bieter Gebrauch. Die DB Regio AG verzichtete in ihrem Angebot auf diese Finanzierungsoption. Trotz der gestiegenen Sitzplatzkapazität sind die Preise je Zugkilometer seit 2004 in etwa gleichbleibend. Dies werten die Verantwortlichen als Erfolg und Ergebnis des funktionierenden Wettbewerbs, da die Preise einer zweiten Vergabe häufiger über denen der Erstvergabe im Wettbewerb liegen.

Das erfreuliche Ergebnis ermöglicht es der öffentlichen Hand, langfristig die qualitativ hochwertigen Verkehre auf den Linien RE2 und RE42 zu finanzieren. So werden auf der Linie RE42 neue Elektrotriebfahrzeuge als Einzelstockwagen zum Einsatz kommen und auf der Linie RE2 – welche bereits seit Einführung des RE-Konzeptes 2010 ein hohes Niveau vorweist – werden gebrauchte aber qualitativ hochwertige Doppelstockwagen fahren. Die wesentlichen Anforderungen an alle Fahrzeuge sind: behindertengerechte Toiletten, Videoüberwachung und Mehrzweckbereiche mit ausreichend Abstellmöglichkeiten für Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen. Insgesamt werden auf der RE2 570 und auf der RE42 450 Sitzplätze angeboten. Die Ausweitung der Sitzplätze auf der Linie RE 42 gegenüber heute resultiert aus der Linienverlängerung, die zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 stattfindet. Zu diesem Zeitpunkt wird die Linie, die heute als Regionalbahn von Münster nach Essen verkehrt, nach Duisburg, Krefeld, Viersen bis nach Mönchengladbach verlängert und dann als RE-Linie geführt.